Der Stand im Oktober 2026
Ich fang mit der schlechten Nachricht an, dann haben wir es hinter uns. Wer heuer noch schnell eine Förderung für die neue Website abholen wollte, kommt zu spät. Auf der Seite des Programms steht: Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft, ein Antrag ist weder für Beratung noch für Umsetzung möglich. Und wegen der Budgetkonsolidierung im Bund wird das Programm ab 2027 nicht fortgeführt.
Dabei ist heuer einiges passiert. Seit 12. Jänner 2026 konnte man wieder Anträge für die Beratung stellen, am 7. Mai 2026 startete eine neue Einreichphase für die Umsetzung. Jetzt ist der Topf leer.
Was es zuletzt gab
Damit Sie einordnen können, wovon wir reden, und weil ähnliche Programme meistens ähnlich gebaut sind:
| Modul | Zuschuss | Höchstbetrag |
|---|---|---|
| Status- und Potenzialanalyse | 80 % | 400 € pro Beratung |
| Strategieberatung | 50 % | 1.000 € pro Beratung |
| Beratung gesamt | je nach Modul | 3.000 € pro Unternehmen |
| Umsetzung | 30 % der Investition | 6.000 €, bei einem Projekt von 2.000 bis 30.000 € |
Zwei Dinge waren dabei Pflicht: Vor einer geförderten Umsetzung musste man eine KMU.DIGITAL-Beratung machen. Und die Umsetzungsförderung galt für Investitionen, die in der Bilanz aktiviert werden, samt den externen Leistungen dazu.
Ist ein Website-Abo förderfähig?
Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, in dem das Wort Förderung fällt. Meine ehrliche Antwort: nach meinem Verständnis der Richtlinie nein. Gefördert wurden aktivierungspflichtige Neuinvestitionen. Ein Abo ist ein laufendes Monatsentgelt, also Betriebsaufwand, keine Investition. Verbindlich sagen kann das nur die Förderstelle. Ich würde aber nicht damit kalkulieren.
Jetzt kommt das Aber. Rechnen wir einmal nach, ob einem dadurch wirklich etwas entgangen ist.
Bei der gekauften Website kommen laut den Marktübersichten noch 50 bis 500 € Wartung pro Monat dazu, beim Abo sind Hosting, Wartung und Änderungen dabei.
Unterm Strich: Eine Förderung ist fein, wenn man sie kriegt. Aber sie sollte nie der Grund sein, warum man sich für ein Modell entscheidet. Erst die Rechnung, dann der Zuschuss.
Andere Förderungen: wo Sie jetzt suchen
KMU.DIGITAL war das bekannteste Programm, aber nicht das einzige. Bundesländer und Wirtschaftskammern legen immer wieder eigene Digitalisierungsförderungen auf. Was gerade offen ist, ändert sich schnell. Deshalb nenne ich hier keine Beträge, sondern die zwei Stellen, an denen Sie den aktuellen Stand finden:
Förderpilot: foerderpilot.at durchsucht Förderungen von Bund und Ländern nach Thema und Bundesland.
Förderdatenbank der WKO: Ihre Wirtschaftskammer im Bundesland weiß, was regional läuft. Ein Anruf dort ist meistens der schnellste Weg.
Drei Regeln, bevor Sie etwas unterschreiben
Erst der Antrag, dann der Auftrag. Bei den meisten Förderungen muss der Antrag gestellt sein, bevor das Projekt beginnt. Wer zuerst beauftragt, geht in der Regel leer aus.
Laufende Kosten sind selten förderbar. Hosting, Wartung, Abos und Lizenzen fallen meistens raus. Fragen Sie konkret nach.
Der Zuschuss kommt hinterher. Sie zahlen zuerst alles selbst und bekommen den Zuschuss nach der Abrechnung.
Aus unserer Praxis
Mein Rat an jeden Betrieb, der mich danach fragt: Wer ein halbes Jahr auf eine Förderung wartet und in der Zeit mit der alten Website weitermacht, zahlt oft drauf. Ein halbes Jahr ohne Anfragen ist schnell teurer als 1.500 € Zuschuss. Wenn die Website heute Kunden kostet, würde ich nicht auf einen Fördertopf warten, von dem keiner weiß, ob er wieder aufgeht.
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Quellen
- kmudigital.at, Hinweis zum ausgeschöpften Budget und zum Ende des Programms, abgerufen am 12. August 2026
- aws: Richtlinie KMU.DIGITAL Umsetzungsförderung 4.0, abgerufen am 12. August 2026
- WKO, Meldungen zu KMU.DIGITAL vom Jänner und Februar 2026 (Förderhöhen, Start der Beratungsförderung am 12. Jänner 2026)
- Drei Marktübersichten österreichischer Webagenturen zu Website-Kosten 2026, abgerufen am 12. August 2026