Bekommen: einfach fragen
Die häufigste Frage, die ich zu dem Thema höre: „Wie kriegen die anderen so viele Bewertungen?“ Die Antwort ist fast enttäuschend. Sie fragen. Mehr ist es nicht.
Zufriedene Kunden schreiben von selbst selten etwas. Unzufriedene schon. Wenn Sie also nix tun, sammeln Sie über die Jahre genau die falschen Stimmen. So gehen Sie es an:
Der richtige Moment: direkt nach dem Auftrag, wenn der Kunde sich freut. Nicht drei Wochen später mit der Rechnung.
Der kurze Weg: Im Unternehmensprofil gibt es einen Link, der direkt zum Bewertungsfenster führt. Den schicken Sie per WhatsApp oder E-Mail oder drucken ihn als QR-Code auf die Rechnung.
Persönlich fragen: „Wenn Sie zufrieden waren, würden Sie uns das bei Google schreiben? Das hilft uns wirklich.“ Das kostet zehn Sekunden.
Dranbleiben: Lieber jede Woche eine neue Bewertung als einmal im Jahr zwanzig auf einen Schlag.
Was erlaubt ist und was nicht
| Vorgehen | Erlaubt? | Warum |
|---|---|---|
| Kunden um eine Bewertung bitten | Ja | Google empfiehlt es ausdrücklich, per Link oder QR-Code |
| Auf Bewertungen antworten | Ja | Google empfiehlt, auf alle einzugehen, auch auf negative |
| Rabatt oder Geschenk für eine Bewertung | Nein | Laut Google streng verboten, gilt als gefälschte Interaktion |
| Bewertungen kaufen oder selbst schreiben | Nein | Rezensionen müssen auf echten Erfahrungen beruhen |
| Eine ehrliche, aber schlechte Bewertung melden | Bringt nichts | Google entfernt nur Verstöße gegen die Richtlinien |
| Lokal-Paket von Web Focus | 190 € pro Monat | Bewertungs-Link für Ihre Kunden und Antworten auf Bewertungen, in Abstimmung mit Ihnen |
Der Gutschein für fünf Sterne ist verlockend, ich weiß. Lassen Sie es. Wenn es auffliegt, sind im schlechtesten Fall alle Bewertungen weg.
Beantworten: auch die guten
Eine Antwort schreiben Sie nicht für den, der bewertet hat. Sie schreiben sie für die hundert Leute, die das nachher lesen.
Gute Bewertung: Kurz bedanken, mit Namen. Ein Satz reicht.
Kritische Bewertung: Erst einmal eine Nacht drüber schlafen. Dann sachlich antworten: Was ist passiert, was haben Sie daraus gemacht, wie erreicht man Sie.
Nie: private Daten des Kunden nennen, persönlich werden oder öffentlich streiten. Wer in der Antwort recht behalten will, hat schon verloren.
Zeitnah: Eine Antwort nach vier Monaten wirkt wie keine.
Eine ruhige Antwort auf eine schlechte Bewertung ist übrigens die beste Werbung, die es gibt. Jeder weiß, dass einmal was schiefgeht. Die Leute wollen sehen, wie Sie dann reagieren.
Löschen lassen: wann es geht
Google schreibt es selbst deutlich: Melden Sie keine Rezensionen, die Ihnen nicht gefallen, aber sachlich korrekt sind. Google schlichtet nicht zwischen Ihnen und Ihrem Kunden. Entfernt wird, was gegen die Richtlinien verstößt, zum Beispiel Spam, vulgäre Sprache oder eine Bewertung von jemandem, der nie Kunde war.
So melden Sie eine Rezension:
Unternehmensprofil öffnen und die Rezensionen aufrufen.
Bei der betreffenden Rezension „Melden“ wählen und den Grund angeben.
Den Status im Verwaltungstool von Google verfolgen. Dort können Sie auch den Einspruch einlegen.
Steht in einer Bewertung etwas nachweislich Falsches, das Ihrem Betrieb schadet, bleibt der Weg über eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt. Das ist dann kein Google-Thema mehr, und das kann und darf ich Ihnen hier nicht beantworten.
„Bei mir schreibt eh keiner was“
Doch. Irgendwann schon. Und dann ist es besser, wenn daneben schon dreißig gute Bewertungen stehen. Eine schlechte unter dreißig fällt nicht auf. Eine schlechte unter drei ist ein Drittel.
Bewertungen sind ein Teil des Profils. Und ob die Website hält, was das Profil verspricht, zeigt der kostenlose Website-Check.
Quellen
- Google, Hilfe zum Unternehmensprofil: Tipps für mehr Rezensionen, abgerufen am 10. August 2026
- Google, Hilfe zum Unternehmensprofil: Rezensionen aus dem Unternehmensprofil entfernen, abgerufen am 10. August 2026
- Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Google Unternehmensprofil