Was Google dazu sagt
Die Frage kommt in fast jedem Gespräch über Texte: „Straft Google KI-Texte ab?“ Die kurze Antwort: nein. Google schaut nicht darauf, wer oder was einen Text geschrieben hat. Google schaut darauf, ob er dem Leser etwas bringt.
In der Dokumentation für Website-Betreiber steht das recht klar. Drei Punkte daraus:
Erlaubt: KI für Recherche und für die Struktur eigener Inhalte zu nutzen.
Spam: viele Seiten mit KI zu erzeugen, die für Nutzer keinen Mehrwert bieten. Google nennt das Missbrauch durch skalierte Inhalte.
Pflicht zur Kontrolle: KI-Modelle rufen keine Fakten ab, sie sagen wahrscheinliche Wortfolgen voraus. Deshalb soll alles vor der Veröffentlichung geprüft werden, auch Seitentitel, Beschreibungen, strukturierte Daten und Alternativtexte von Bildern.
Der zweite Punkt ist der, an dem es in der Praxis scheitert. Fünfzig Ortsseiten in einer Stunde, überall derselbe Text, nur der Ortsname getauscht: Das ist genau das, was Google meint.
Wer was schreiben sollte
| Aufgabe | KI | Mensch |
|---|---|---|
| Gliederung und erste Rohfassung | Gut geeignet | Gibt Thema, Zielgruppe und Fakten vor |
| Umformulieren, kürzen, Varianten | Gut geeignet | Wählt aus und entscheidet |
| Preise, Leistungen, Öffnungszeiten | Nicht geeignet | Liefert die Zahlen und prüft jede einzelne |
| Referenzen und Kundenstimmen | Nicht geeignet | Nur echte, freigegebene Aussagen |
| Rechtliche Texte | Nicht geeignet | Fachkundige Person |
| Eigene Erfahrung und Tonfall | Kann es nicht wissen | Erzählt, was im Betrieb wirklich passiert |
| Im Website-Abo von Web Focus | Hilft bei Struktur und Rohfassung | Wir schreiben die Texte, Sie liefern die Informationen und geben frei |
Wo KI danebenliegt
Eine KI weiß nicht, was Ihr Betrieb kann. Sie weiß, was Betriebe wie Ihrer im Durchschnitt so schreiben. Das Ergebnis klingt dann auch so: „Wir sind Ihr kompetenter Partner für individuelle Lösungen.“ Stimmt für jeden. Sagt über keinen etwas.
Gefährlicher sind die Fehler, die man nicht sieht. Die KI erfindet eine Jahreszahl, einen Preis, eine Förderhöhe, und es klingt völlig plausibel. Wer das ungeprüft auf die Website stellt, hat im besseren Fall einen peinlichen Fehler und im schlechteren eine falsche Werbeaussage.
Zahlen: Jede Zahl gegen die eigene Preisliste oder eine Quelle prüfen.
Namen und Orte: Gibt es die Person, die Straße, das Gesetz wirklich?
Versprechen: Steht da etwas, das Sie so nie zusagen würden? „Garantiert“, „immer“, „der Beste“?
Ton: Lesen Sie den Text laut. Würden Sie das einem Kunden am Telefon so sagen?
So gehen wir vor
Für den Anfang reicht ein einfacher Ablauf in vier Schritten:
Fakten sammeln: Leistungen, Preise, Einzugsgebiet, zwei, drei echte Beispiele. Das kann nur der Betrieb liefern.
Rohfassung: Daraus entsteht ein erster Text, auch mit Hilfe von KI.
Überarbeiten: Ein Mensch kürzt, stellt um, streicht die Floskeln und prüft jede Angabe.
Freigabe: Der Betrieb liest und sagt: Ja, so sind wir. Erst dann geht der Text online.
„Dann schreib ich mir die Texte halt selbst mit ChatGPT“
Können Sie, und für viele Sachen ist das eine gute Idee. Ein Beitrag fürs Google Unternehmensprofil, eine Antwort auf eine Bewertung, ein erster Entwurf für die Seite „Über uns“: Probieren Sie es aus. Geht einfach und kostet fast nix.
Was Ihnen die KI nicht abnimmt, ist die Entscheidung, was auf die Seite gehört. Welche Leistung bekommt eine eigene Seite? Wonach suchen die Leute wirklich? Was fragt jeder zweite Kunde am Telefon? Das ist der Teil, der Anfragen bringt, und der steckt nicht im Text, sondern davor.
Ob Ihre jetzigen Texte gefunden werden, zeigt der kostenlose Website-Check.
Quellen
- Google Search Central: Hinweise zur Verwendung generativer KI-Inhalte auf Ihrer Website, abgerufen am 6. August 2026
- Google Search Central: Spamrichtlinien für die Google Websuche, abgerufen am 6. August 2026
- Leistungen von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Webdesign im Abo