Zwei Posten, die man auseinanderhalten muss
Die Frage „Was kostet Google Ads?“ krieg ich meistens so gestellt, als gäbe es eine Preisliste. Gibt es nicht. Es gibt zwei Posten, und die haben nix miteinander zu tun.
Das Werbebudget: Das geht direkt an Google. Sie zahlen pro Klick auf Ihre Anzeige, und Sie legen fest, wie viel es höchstens sein darf.
Die Betreuung: Das ist die Arbeit dahinter. Suchbegriffe finden, Kampagnen bauen, Anzeigen schreiben, messen, nachschärfen. Die machen Sie selbst oder Sie geben sie ab.
So rechnet Google ab
Sie stellen pro Kampagne ein durchschnittliches Tagesbudget ein. Google multipliziert das mit 30,4, der durchschnittlichen Zahl der Tage im Monat. Das ist Ihre Obergrenze für den Monat.
Das Zweite überrascht viele. Sie stellen 30 € ein, und am Dienstag stehen 55 € in der Abrechnung. Das ist kein Fehler. An Tagen mit vielen Suchen gibt Google mehr aus, an ruhigen weniger. Über den Monat gleicht es sich aus. Das Budget können Sie jederzeit ändern oder die Kampagne pausieren.
Was ein Klick kostet
Jetzt würden Sie gern eine Zahl hören. Die kann ich Ihnen seriös nicht geben, ohne Ihre Branche und Ihre Region zu kennen. Ein Klick für einen Schlüsseldienst in Wien kostet etwas völlig anderes als einer für ein Weingut in der Wachau. Es hängt davon ab, wie viele Mitbewerber auf denselben Suchbegriff bieten und wie gut Ihre Anzeige und Ihre Zielseite zur Suche passen. Google bewertet das mit einem Qualitätsfaktor von 1 bis 10. Je besser, desto günstiger kann der Klick werden.
Was ich Ihnen geben kann, ist die Rechnung, mit der Sie jede Zahl einordnen können:
Klicks = Werbebudget geteilt durch Klickpreis.
Anfragen = Klicks mal der Anteil der Besucher, die sich melden.
Kosten pro Anfrage = alle Kosten geteilt durch die Anfragen.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, damit man es einmal gesehen hat: 1.000 € Budget, 2 € pro Klick, das sind 500 Klicks. Wenn sich 5 von 100 Besuchern melden, sind das 25 Anfragen. Macht 40 € Werbebudget pro Anfrage. Ob das viel ist? Kommt drauf an, was ein Auftrag bei Ihnen bringt. Bei einer Badsanierung um 15.000 € ist das geschenkt. Bei einem Haarschnitt nicht.
Was die Betreuung kostet
Bei uns sind es 449 € pro Monat plus 4 % vom Werbebudget. So schaut das bei drei Budgets aus:
| Werbebudget an Google | Pro Tag | Betreuung Web Focus | Gesamt pro Monat |
|---|---|---|---|
| Ohne Betreuung: 1.000 € | rund 33 € | Sie machen alles selbst | 1.000 € |
| 500 € | rund 16 € | 449 € + 20 € = 469 € | 969 € |
| 1.000 € | rund 33 € | 449 € + 40 € = 489 € | 1.489 € |
| 3.000 € | rund 99 € | 449 € + 120 € = 569 € | 3.569 € |
Alle Beträge netto, zzgl. USt. Das Werbebudget zahlen Sie direkt an Google, und das Google-Ads-Konto gehört Ihnen, mit allen Kampagnen und Daten. Die Betreuung ist eine eigenständige Leistung und auch ohne Website-Abo buchbar.
Man sieht an der Tabelle auch etwas Unangenehmes: Bei 500 € Budget ist die Betreuung fast so teuer wie die Werbung. Das rechnet sich nur, wenn ein einzelner Auftrag bei Ihnen viel wert ist. Das sag ich im Erstgespräch auch so.
„Das mach ich selbst, Google erklärt eh alles“
Kann man. Google macht den Einstieg sehr leicht, in zwanzig Minuten läuft die erste Anzeige. Das Problem kommt danach. Was ich bei selbst gebauten Konten am häufigsten sehe:
Keine Messung: Es wird Geld ausgegeben, aber niemand weiß, welcher Klick eine Anfrage war.
Zu breite Suchbegriffe: Die Anzeige für den Installateur erscheint bei „Installateur Lehre“ und „Installateur Gehalt“. Jeder Klick kostet.
Eingeschaltet und vergessen: Die Kampagne läuft seit zwei Jahren unverändert.
Falsche Zielseite: Die Anzeige verspricht eine Thermenwartung, der Klick landet auf der Startseite.
Ich hab am Anfang selbst Kampagnen so gebaut und dabei viel gelernt, was ich falsch gemacht habe. Das Lehrgeld zahlt man an Google.
Google Ads oder SEO?
Beides hat seinen Platz. Google Ads liefern sofort, solange das Budget läuft. SEO braucht realistisch drei bis sechs Monate, wirkt dafür weiter, wenn das Budget aus ist. Wer morgen Anfragen braucht, startet mit Ads. Wer in einem Jahr nicht mehr für jeden Klick zahlen will, kümmert sich parallel um die Website.
Und bevor Sie einen Euro an Google überweisen: Schauen Sie, ob die Seite, auf der die Leute landen, überhaupt taugt. Der kostenlose Website-Check sagt Ihnen das in 48 Stunden.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Kosten in Google Ads (Tagesbudget, monatliches Abrechnungslimit, Mehrauslieferung), abgerufen am 3. August 2026
- Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Google Ads