So gehen Sie vor
Die meisten Betriebe schauen ihre eigene Website einmal im Jahr an. Am großen Bildschirm im Büro, mit schnellem WLAN. Ihre Kunden sitzen aber im Auto vor der Baustelle und haben zwei Balken Empfang. Deshalb die wichtigste Regel für diesen Check: Nehmen Sie das Handy und schalten Sie das WLAN aus.
Machen Sie bei jedem Punkt ein Hakerl oder eben keines. Am Ende zählen Sie zusammen.
| Bereich | Punkte | Womit Sie prüfen |
|---|---|---|
| Ladezeit | 4 | PageSpeed Insights von Google |
| Mobile Darstellung | 4 | Ihr Handy |
| SEO-Grundlagen | 5 | Google-Suche |
| Sicherheit & Technik | 4 | Browser |
| Nutzerführung | 4 | Eine Person, die Ihre Seite nicht kennt |
| Barrierefreiheit | 4 | Tastatur und Augenmaß |
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1. Ladezeit
Geben Sie Ihre Adresse bei PageSpeed Insights ein und schauen Sie auf den Reiter „Mobil“.
Das größte Element der Seite ist nach höchstens 2,5 Sekunden da (bei Google heißt der Wert LCP).
Die Seite reagiert auf einen Tipp in höchstens 200 Millisekunden (INP).
Beim Laden springt nichts herum: Der Wert für Verschiebungen liegt bei höchstens 0,1 (CLS).
Bilder sind so groß wie nötig und nicht größer. Ein Foto mit fünf Megabyte am Seitenanfang ist der häufigste Bremsklotz.
So beheben Sie es: Meistens sind es die Bilder. Verkleinern Sie Fotos vor dem Hochladen auf die Breite, in der sie angezeigt werden, und speichern Sie sie als WebP oder als JPG mit mittlerer Qualität. Schriften und Videos von fremden Servern bremsen genauso; was nicht gebraucht wird, fliegt raus. Wenn danach immer noch alles steht, liegt es am Hosting oder am Baukasten. Dann hilft kein Feintuning mehr.
2. Mobile Darstellung
Der Text ist ohne Zoomen lesbar.
Nichts ragt rechts hinaus, die Seite lässt sich nicht seitlich verschieben.
Buttons und Menüpunkte sind groß genug für einen Daumen.
Die Telefonnummer lässt sich antippen und wählt direkt.
So beheben Sie es: Ragt etwas hinaus, ist es fast immer eine Tabelle, ein breites Bild oder ein eingebettetes Video mit fixer Breite. Die Telefonnummer wird antippbar, wenn sie als Telefon-Link gesetzt ist; das ist in jedem System eine Einstellung. Zu kleine Buttons und zu kleine Schrift sind Sache der Vorlage. Lässt sich das dort nicht umstellen, ist die Vorlage zu alt.
3. SEO-Grundlagen
Googeln Sie „site:ihredomain.at“. Tauchen Ihre Seiten auf? Wenn nicht, kennt Google sie nicht.
Jede Seite hat einen eigenen Titel, der sagt, was drauf ist und wo Sie sitzen. „Home“ ist kein Titel.
Jede Seite hat eine eigene Kurzbeschreibung von rund 160 Zeichen.
Es gibt genau eine Hauptüberschrift pro Seite.
Jede Leistung hat eine eigene Seite. Eine Seite „Leistungen“ mit zwölf Stichwörtern findet niemand.
So beheben Sie es: Titel und Kurzbeschreibung lassen sich in jedem gängigen System je Seite eintragen, oft unter „SEO“ oder „Seiteneinstellungen“. In den Titel gehören Leistung und Ort, zum Beispiel „Thermenwartung in Tulln“. Findet Google Ihre Seiten gar nicht, melden Sie die Website in der Google Search Console an und reichen dort die Sitemap ein. Und aus der Seite „Leistungen“ machen Sie nach und nach eine Seite je Leistung, die wichtigste zuerst.
4. Sicherheit und Technik
In der Adresszeile steht https, und der Browser zeigt keine Warnung.
Die Adresse ohne www und mit http leitet auf dieselbe Seite weiter.
Das System hinter der Website und seine Erweiterungen sind aktuell. Wer das nicht weiß, hat die Antwort eigentlich schon.
Es gibt eine Sicherung, und irgendwer weiß, wo sie liegt.
So beheben Sie es: Das Zertifikat für https stellt heute praktisch jeder Hoster kostenlos bereit; fragen Sie nach, wenn es fehlt. Updates spielen Sie ein, nachdem eine Sicherung gemacht wurde, nicht vorher. Und die Sicherung selbst testen Sie einmal im Jahr: Lässt sie sich wirklich zurückspielen? Eine Sicherung, die noch nie jemand ausprobiert hat, ist eine Hoffnung.
5. Nutzerführung
Dafür brauchen Sie jemanden, der Ihre Seite nicht kennt. Die Schwiegermutter ist ideal.
Nach fünf Sekunden ist klar, was Sie anbieten und wo.
Telefonnummer oder Anfrage-Button sind ohne Scrollen sichtbar.
Das Kontaktformular hat so wenige Felder wie möglich, und nach dem Absenden kommt eine Bestätigung.
Öffnungszeiten und Adresse stimmen und sind dieselben wie im Google Unternehmensprofil.
So beheben Sie es: Schreiben Sie in die erste Zeile der Startseite, was Sie machen und wo. Nicht „Willkommen“, sondern „Installateur in Klosterneuburg“. Die Telefonnummer kommt in die Kopfzeile, auf jeder Seite. Beim Formular streichen Sie jedes Feld, das Sie für den ersten Rückruf nicht brauchen; Name, Telefon und zwei Zeilen zum Anliegen reichen meistens.
6. Barrierefreiheit
Die Schrift hebt sich deutlich vom Hintergrund ab, auch am Handy in der Sonne.
Bilder mit Inhalt haben einen Alternativtext.
Mit der Tabulatortaste kommen Sie durch Menü, Links und Formular.
Formularfelder haben eine sichtbare Beschriftung.
So beheben Sie es: Kontraste prüfen Sie mit einem kostenlosen Kontrastrechner im Browser; hellgraue Schrift auf Weiß fällt praktisch immer durch. Alternativtexte tragen Sie beim Bild ein: ein Satz, der sagt, was zu sehen ist. Bleibt die Tabulatortaste irgendwo hängen oder sieht man nicht, wo man gerade ist, muss das an der Vorlage behoben werden. Das ist dann keine Sache für eine Viertelstunde.
Auswertung: Was Ihr Ergebnis heißt
22 bis 25 Punkte: Passt. Ihre Website ist besser als die meisten. Schauen Sie in einem halben Jahr wieder drauf.
15 bis 21 Punkte: Solide Basis mit Lücken. Die fehlenden Punkte lassen sich meistens einzeln beheben.
Unter 15 Punkte: Die Website kostet Sie vermutlich Anfragen. Dann zahlt es sich aus, einmal grundsätzlich zu reden.
Womit Sie anfangen
Sie haben jetzt vielleicht acht offene Punkte und fragen sich, wo Sie anfangen sollen. Meine Reihenfolge ist immer dieselbe. Zuerst alles, was Anfragen direkt verhindert: Telefonnummer nicht antippbar, Formular kaputt, falsche Öffnungszeiten. Das sind oft zehn Minuten. Dann die Ladezeit am Handy, weil dort die meisten abspringen, bevor sie irgendwas gelesen haben. Danach Titel und eine Seite je Leistung, weil das die Sichtbarkeit bei Google bringt.
Und erst zum Schluss die Dinge, die man nicht sieht: Updates, Sicherung, Weiterleitungen. Wichtig sind die auch. Aber sie bringen halt keine Anfrage, sie verhindern nur den Ärger.
Wenn Sie nach der ersten Runde bei 20 Punkten sind, haben Sie in ein, zwei Abenden mehr erreicht als viele Betriebe in Jahren. Den Rest nehmen Sie sich fürs nächste Quartal vor. Passt.
Aus unserer Praxis
Was diese Liste nicht kann: Sie sagt Ihnen, ob etwas fehlt, aber nicht, was es Sie kostet. Eine Tischlerei aus Niederösterreich, die wir betreuen, hatte vorher 4 Anfragen im Monat über die Website. Heute sind es 17, ohne Werbebudget. Da war kein einzelner Punkt schuld, sondern die Summe. Und dass sich nachher laufend jemand gekümmert hat.
Wenn Sie die Stunde lieber anders verbringen: Beim kostenlosen Website-Check nennen Sie uns nur die Adresse. Zugangsdaten brauchen wir keine.
Quellen
- Google Search Central: Core Web Vitals (Grenzwerte für LCP, INP und CLS), abgerufen am 11. August 2026
- Google: PageSpeed Insights, kostenloses Messwerkzeug
- Beispiel aus der laufenden Betreuung von Web Focus, siehe Referenzen