Die falsche Frage
„Freelancer oder Agentur?“ Die Frage kriege ich oft gestellt. Meistens von jemandem, der zwei Angebote am Tisch hat. Eines um 2.000 €, eines um 7.000 €. Und der sich fragt, wofür er beim zweiten 5.000 € mehr zahlt.
Ehrlich gesagt ist die Frage falsch gestellt. Es geht nicht darum, wer die Website baut. Es geht darum, wer sich in zwei Jahren darum kümmert. Da trennt sich das Feld.
Der Vergleich in Zahlen
| Weg | Preis | Betreuung |
|---|---|---|
| Freelancer | 1.500–4.000 € einmalig | Eine Person, meist keine Vertretung; Wartung extra oder gar nicht |
| Agentur | 3.000–15.000 € einmalig | Team mit Vertretung, Ansprechpartner wechselt oft; Wartung extra |
| Abo von Web Focus | ab 190 € pro Monat, keine Einmalgebühr | Ein fester Ansprechpartner mit Vertretung; Wartung enthalten |
Die Preisbänder stammen aus drei Marktübersichten und gelten für einfache Unternehmenswebsites. Ein Webshop oder ein Buchungssystem kostet überall mehr. Wie die Zahlen zustande kommen, steht im Artikel Was kostet eine Website in Österreich?.
Die Tabelle nennt übrigens etwas, das in fast jedem Angebot fehlt: die Wartung. Die ist bei beiden klassischen Wegen im Kaufpreis nicht dabei.
Wann der Freelancer passt
Ein guter Freelancer ist oft die beste Wahl. Das sag ich als jemand, der selbst eine Agentur führt.
Sie haben ein kleines, klares Projekt: fünf Seiten, fertige Texte, fertige Fotos.
Sie kennen die Person oder haben eine Empfehlung von jemandem, dem Sie vertrauen.
Sie können mit Wartezeiten leben, wenn die Person gerade ein großes Projekt hat oder auf Urlaub ist.
Sie kümmern sich danach selbst um Updates und kleine Änderungen, oder es ist ausdrücklich vereinbart.
Das Risiko ist immer dasselbe: Es hängt an einer Person. Der Klassiker: Der Freelancer nimmt nach zwei Jahren einen fixen Job an. Zugangsdaten weg, Domain auf seinen Namen, keine Antwort mehr auf E-Mails. Böse Absicht ist das fast nie. Es passiert halt.
Wann die Agentur passt
Das Projekt ist größer: Shop, mehrere Sprachen, Anbindung an andere Systeme.
Sie brauchen mehrere Fächer: Gestaltung, Technik, Text, Suchmaschinen, Anzeigen. Das kann selten eine Person allein gut.
Die Website ist geschäftskritisch, und ein Ausfall kostet Sie jeden Tag Geld.
Der Nachteil: Sie zahlen die Struktur mit. Projektleitung, Büro, Abstimmungen. Und bei manchen Agenturen reden Sie nach dem Verkaufsgespräch mit jemand anderem als davor.
Der dritte Weg: Website im Abo
Beim Abo zahlen Sie keinen Kaufpreis, sondern einen monatlichen Betrag. Dafür sind Bau, Hosting, Wartung und Änderungen enthalten. Bei uns beginnt das bei 190 € pro Monat.
Ob das günstiger ist, hängt von der Laufzeit ab. Über zwei Jahre meistens ja. Über sechs Jahre ist der Kauf oft billiger, wenn Sie die Seite in der Zeit kaum anfassen. Die ganze Rechnung steht im Artikel Website mieten oder kaufen.
Drei Fragen, die Sie jedem stellen sollten
Wem gehört die Domain? Sie muss auf Ihren Betrieb registriert sein, nicht auf den Dienstleister.
Was passiert, wenn Sie ausfallen? Bei einem Freelancer: Wer hat die Zugangsdaten? Bei einer Agentur: Wer ist mein Ansprechpartner, und wer vertritt ihn?
Was kostet das zweite Jahr? Hosting, Updates, Änderungen. Lassen Sie sich das schriftlich geben.
Wer auf diese drei Fragen klare Antworten hat, ist eine gute Wahl. Egal ob er allein arbeitet oder zu zwanzigst.
„Der Freelancer ist halt viel billiger“
Im ersten Jahr ja. Rechnen Sie aber die drei Jahre danach mit. Wenn in der Zeit niemand Updates einspielt und die Seite neu gebaut werden muss, war es am Ende die teurere Variante.
Billig ist nicht das Problem. Unklar ist das Problem.
Quellen
- Drei Marktübersichten österreichischer Webagenturen zu Website-Kosten 2026, abgerufen am 14. September 2026
- Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Webdesign im Abo
- Eigene Rechnung: 190 € × 24 Monate = 4.560 €, zuzüglich USt