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Website-Relaunch: Die Checkliste, damit Ihre Google-Rankings bleiben

Bei einem Website-Relaunch gehen Google-Rankings verloren, wenn alte Adressen ins Leere führen. Das verhindern Sie mit 301-Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue Adresse. Google empfiehlt, diese Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen zu lassen. Dazu kommen eine Liste aller bisherigen Seiten, eine neue Sitemap und eine Kontrolle in der Search Console. Der Rest ist eine Checkliste mit zwölf Punkten.

Wo beim Relaunch das Risiko liegt

Die neue Website ist online, schaut super aus, alle sind zufrieden. Vier Wochen später ist es beim Telefon verdächtig ruhig. Diese Geschichte hab ich schon öfter gehört, und sie läuft fast immer gleich ab.

Der Grund ist selten das Design. Der Grund sind die Adressen. Die alte Seite hat /leistungen/kueche.html geheißen, die neue heißt /kuechen. Für Sie ist das dieselbe Seite. Für Google ist die alte weg und die neue ein unbeschriebenes Blatt.

Alles, was sich die alte Seite über Jahre erarbeitet hat, hängt an ihrer Adresse. Wenn Sie Google nicht sagen, wohin sie übersiedelt ist, fängt die neue bei null an.

301ist der Statuscode für eine dauerhafte Weiterleitung von der alten auf die neue Adresse
1 Jahrsollen Weiterleitungen laut Google mindestens bestehen bleiben

Vor dem Relaunch: sichern, was da ist

Das ist der Teil, den fast alle auslassen. Dabei dauert er eine Stunde.

  • Alle Adressen auflisten: Jede Seite der alten Website in eine Tabelle. Die Sitemap hilft dabei.

  • Die wichtigsten Seiten markieren: In der Search Console sehen Sie, welche Seiten die meisten Klicks bringen. Die dürfen auf keinen Fall verloren gehen.

  • Rankings notieren: Für welche Suchbegriffe stehen Sie heute wo? Sonst wissen Sie nachher nicht, ob sich was verändert hat.

  • Texte und Bilder sichern: Was gut läuft, wird übernommen, nicht neu erfunden.

Falls Sie die Search Console noch nicht haben: Richten Sie sie vor dem Relaunch ein, nicht nachher.

Beim Umstieg: jede alte Adresse bekommt ein neues Zuhause

Die wichtigsten Schritte beim Umstieg auf die neue Website
SchrittWas zu tun istWarum
Weiter­leitungenJede alte Adresse per 301 auf die passende neue leitenGoogle überträgt die Signale auf die neue Seite
Nicht alles auf die StartseiteKüche zu Küche, Kontakt zu KontaktEine Sammel­weiter­leitung hilft weder Google noch Besuchern
Seitentitel und Beschrei­bungenBewährte Titel übernehmen oder bewusst verbessernSie bestimmen, wie die Seite im Such­ergebnis aussieht
Inhalte der starken SeitenTexte nicht ohne Grund kürzenWeniger Text heißt oft weniger Such­begriffe
Wechsel zu Web FocusBrauchbare Inhalte und die Domain werden über­nommenIm Website-Abo ab 190 € pro Monat, ohne Einmal­gebühr

Die zweite Zeile ist mir wichtig. „Wir leiten einfach alles auf die Startseite“ klingt praktisch, ist aber fast so schlecht wie gar keine Weiterleitung. Wer nach einer Küche gesucht hat und auf der Startseite landet, ist gleich wieder weg.

Nach dem Relaunch: nachschauen

Am Tag des Umstiegs ist die Arbeit nicht vorbei. Die ersten vier Wochen entscheiden.

  • Neue Sitemap einreichen: In der Search Console, damit Google die neuen Adressen schnell kennt.

  • Weiterleitungen testen: Zehn alte Adressen händisch aufrufen. Landen Sie dort, wo Sie sollen?

  • Bericht „Seiten“ ansehen: Tauchen dort viele Fehler mit „Nicht gefunden (404)“ auf, fehlt eine Weiterleitung.

  • Rankings vergleichen: Nach zwei und nach vier Wochen mit Ihrer Liste von vorher.

Ein bissl Schwankung in den ersten Wochen ist normal. Google muss die neue Website erst durchgehen. Wenn es nach einem Monat noch immer deutlich schlechter ausschaut, stimmt meistens was mit den Weiterleitungen nicht.

Was technisch sonst noch mitkommen muss

Die Weiterleitungen sind das Wichtigste, aber nicht das Einzige. Bei jedem Umstieg gibt es ein paar Dinge, die gern unter den Tisch fallen.

  • E-Mail-Adressen: Wenn mit der Website auch das Hosting wechselt, hängen oft die Postfächer dran. Klären Sie vorher, wo die E-Mails künftig laufen. Sonst kommt am Montag nix mehr an.

  • Formulare: Jedes Formular einmal selbst ausfüllen und schauen, ob die Nachricht wirklich im Postfach landet.

  • Der Schalter für Suchmaschinen: Testversionen werden meistens für Google gesperrt. Wenn der Schalter beim Livegang nicht umgelegt wird, bleibt die neue Website unsichtbar. Passiert öfter, als man glaubt.

  • Impressum und Datenschutzerklärung: Mitnehmen und an die neue Technik anpassen. Neue Dienste, neuer Hoster, neuer Text.

  • Google Unternehmensprofil: Stimmt der Link zur Website noch? Und die Links in Verzeichnissen und auf Social Media?

  • Auswertung: Analyse und Search Console sollen am ersten Tag wieder messen. Sonst fehlen Ihnen genau die Zahlen, die Sie für den Vergleich brauchen.

Der erste Punkt hat schon so manchen Relaunch zum Albtraum gemacht. Die Website war wunderschön, und drei Tage lang hat keiner gemerkt, dass keine Anfrage mehr durchkommt.

Wenn sich auch die Domain ändert

Neuer Firmenname, neue Adresse im Netz. Das ist der heikelste Fall, weil sich dann wirklich alles ändert.

Google hat dafür ein eigenes Werkzeug in der Search Console, die Adressänderung. Damit sagen Sie Google ausdrücklich, dass die Website übersiedelt ist. Dafür müssen beide Domains in der Search Console bestätigt sein, die alte und die neue.

  • Alte Domain behalten: Nicht kündigen. Die Weiterleitungen funktionieren nur, solange die alte Domain Ihnen gehört.

  • Jede Seite einzeln weiterleiten: Von der alten Domain auf die passende Seite der neuen.

  • Adressänderung melden: In der Search Console der alten Domain.

  • Überall nachziehen: Google-Profil, Verzeichnisse, Visitenkarten, E-Mail-Signaturen, Autobeschriftung.

Mein Rat: Wenn es geht, trennen Sie die zwei Dinge. Zuerst die neue Website auf der alten Domain, ein paar Monate später die Domain. Dann wissen Sie bei Problemen wenigstens, woran es liegt.

Der richtige Zeitpunkt

Einen Relaunch macht man nicht, wenn das Geschäft brummt. Google empfiehlt selbst, einen Umzug in eine Zeit mit wenig Besuchern zu legen.

  • Nicht in der Hochsaison: Der Gärtner nicht im April, der Installateur nicht im Oktober, das Hotel nicht vor den Ferien.

  • Nicht am Freitag: Wenn was schiefgeht, will das am Wochenende keiner reparieren.

  • Nicht vor dem Urlaub: In den ersten zwei Wochen muss jemand da sein, der nachschaut.

Wie lange Google braucht

Rechnen Sie mit einigen Wochen. Google muss jede alte Adresse noch einmal aufrufen, die Weiterleitung sehen und die neue Seite verarbeiten. Bei einer kleinen Website geht das schneller, bei hunderten Seiten dauert es länger.

In der Zeit stehen manchmal alte und neue Adressen nebeneinander in den Suchergebnissen. Das ist normal und gibt sich. Was Sie nicht tun sollten: nervös werden und nach einer Woche wieder alles umbauen. Dann fängt Google von vorne an.

Vier Fehler, die Rankings kosten

  • Texte radikal kürzen: „Das liest eh keiner“ ist der teuerste Satz beim Relaunch. Google hat es gelesen.

  • Bilder umbenennen ohne Grund: Auch Bilder haben Adressen und werden über die Bildersuche gefunden.

  • Die alte Website sofort löschen: Lassen Sie eine Sicherung liegen. Irgendwas fehlt immer, und dann sind Sie froh.

  • Seiten streichen, die „nix bringen“: Schauen Sie vorher in die Zahlen. Manchmal ist die unscheinbare Unterseite die mit den meisten Besuchern.

Wann sich ein Relaunch überhaupt lohnt

Nicht jede alte Website braucht einen Neustart. Manchmal reicht es, das Bestehende aufzuräumen.

  • Ja, wenn die Seite am Handy nicht ordentlich funktioniert.

  • Ja, wenn Sie selbst nix mehr ändern können, weil das System veraltet ist oder der frühere Betreuer nicht mehr erreichbar ist.

  • Ja, wenn sich Ihr Angebot so verändert hat, dass der Aufbau nicht mehr passt.

  • Eher nein, wenn es nur um den Geschmack geht. „Ich kann das Blau nicht mehr sehen“ ist ein Grund für neue Farben, nicht für eine neue Website.

Wo Ihre Seite heute steht, können Sie mit den 25 Punkten zum Selbstprüfen herausfinden. Oder Sie lassen uns drüberschauen: Der kostenlose Website-Check kommt als Kurzbericht innerhalb von 48 Stunden.

„Die Agentur macht das schon“

Sollte sie. Fragen Sie trotzdem nach, und zwar vor dem Auftrag: „Wie gehen Sie mit den alten Adressen um?“ Wenn die Antwort ein fragender Blick ist, wissen Sie Bescheid.

Bei uns gibt es dafür eine Liste: alte Adresse links, neue Adresse rechts, und abgehakt wird erst, wenn die Weiterleitung getestet ist. Die ist langweilig, aber sie funktioniert.

Quellen

  1. Google Search Central: Websiteverschiebungen und Migrationen, abgerufen am 21. August 2026
  2. Google Search Central: Weiterleitungen und die Google Suche, abgerufen am 21. August 2026
  3. Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Webdesign im Abo

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Nicht, wenn jede alte Adresse per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite führt. Ohne Weiterleitungen behandelt Google die neuen Seiten wie neue Inhalte, und die bisherigen Rankings gehen verloren.

Google empfiehlt, Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen zu lassen. Besser ist es, sie dauerhaft zu behalten.

Davon ist abzuraten. Jede alte Adresse sollte auf die inhaltlich passende neue Seite führen. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite hilft weder Google noch den Besuchern.

Ja. Brauchbare Inhalte und die Domain werden übernommen. Die Website im Abo kostet ab 190 € pro Monat ohne Einmalgebühr.

Behalten Sie die alte Domain, leiten Sie jede alte Adresse per 301 auf die passende Seite der neuen Domain weiter und melden Sie den Umzug mit dem Werkzeug „Adressänderung“ in der Google Search Console. Dafür müssen beide Domains dort bestätigt sein.

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