Nicht nur ChatGPT
Wenn von KI die Rede ist, meinen die meisten ChatGPT. Dabei gibt es zwei weitere Assistenten, die für Betriebe mindestens genauso interessant sind. Perplexity, weil es zu jeder Antwort die Quellen anzeigt. Und Gemini, weil es von Google kommt und auf vielen Android-Handys schon drauf ist.
Über ChatGPT hab ich schon einen eigenen Artikel geschrieben: Wie Ihr Unternehmen in ChatGPT sichtbar wird. Hier geht es um die anderen zwei. Das meiste gilt für alle drei, aber ein paar Unterschiede gibt es schon.
Wie die beiden arbeiten
| Merkmal | Perplexity | Gemini |
|---|---|---|
| Was es ist | Eine Antwortmaschine, die das Web durchsucht | Der KI-Assistent von Google |
| Quellen | Nummerierte Links direkt in der Antwort | Je nach Frage mit oder ohne Links |
| Woher die Inhalte kommen | Eigener Crawler PerplexityBot und Websuche | Trainingsdaten und die Google Suche |
| Steuerung in der robots.txt | „PerplexityBot“ | „Google-Extended“ |
| web-focus.at | PerplexityBot ist erlaubt | Google-Extended ist erlaubt |
Der wichtigste Unterschied für Sie: Bei Perplexity sehen Sie sofort, welche Seiten zitiert wurden. Das ist praktisch, weil Sie daran ablesen können, wer bei Ihrem Thema vorne liegt. Bei Gemini ist das weniger durchsichtig. Dafür hängt Gemini eng an dem, was Google ohnehin über Sie weiß.
Drei Voraussetzungen
Bevor Sie irgendwas optimieren, müssen drei Dinge stimmen. Sonst ist alles andere umsonst.
Die Crawler dürfen lesen: Schauen Sie in Ihre robots.txt, ob „PerplexityBot“ und „Google-Extended“ gesperrt sind. Wie das geht, steht im Artikel über KI-Crawler und robots.txt.
Google kennt Ihre Seite: Gemini greift auf die Google Suche zurück. Was dort nicht im Index ist, kommt auch in Gemini kaum vor.
Der Inhalt steht im Text: Was nur in einem Bild oder in einem PDF steht, wird schlechter gelesen. Preise, Leistungen und Einzugsgebiet gehören als Text auf die Seite.
Was auf der Website stehen muss
Ein KI-Assistent sucht keine schöne Seite. Er sucht einen Satz, den er übernehmen kann. Je leichter Sie es ihm machen, desto eher nimmt er Ihren.
Die Antwort zuerst: Im ersten Absatz steht, was Sie tun, für wen, wo und was es kostet. Nicht nach drei Absätzen Einleitung.
Zahlen statt Adjektive: „Ab 190 € pro Monat“ kann zitiert werden. „Faire Preise“ nicht.
Fragen als Überschriften: So wie Leute sie stellen. „Was kostet eine Badsanierung?“ statt „Unser Preismodell“.
Überall dieselben Angaben: Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen auf der Website, im Google-Profil und in Verzeichnissen gleich sein. Widersprüche machen eine Quelle unglaubwürdig.
Maschinenlesbare Daten: Mit strukturierten Daten sagen Sie eindeutig, wer Sie sind und was Sie anbieten.
Die Grundlagen dazu stehen im Artikel Was ist GEO?. Dort erkläre ich auch, warum das keine Zauberei ist, sondern im Grunde saubere Arbeit an der eigenen Website.
Der Zehn-Minuten-Test
Machen Sie das einmal selbst. Es ist kostenlos, und danach wissen Sie mehr als nach jedem Vortrag.
Frage eins: „Welche [Ihre Branche] gibt es in [Ihr Ort]?“
Frage zwei: „Wer ist [Ihr Firmenname], und was bietet der Betrieb an?“
Frage drei: „Was kostet [Ihre wichtigste Leistung] in [Ihre Region]?“
Frage vier: „Welcher Betrieb in [Ihr Ort] ist für [ein konkretes Problem] zu empfehlen?“
Frage fünf: „Wie sind die Öffnungszeiten von [Ihr Firmenname]?“
Stellen Sie die fünf Fragen in Perplexity und in Gemini. Schreiben Sie auf: Kommen Sie vor? Stimmt, was über Sie gesagt wird? Welche Quellen werden genannt?
Was Sie aus dem Ergebnis lernen
Sie kommen gar nicht vor: Dann fehlen meistens die Voraussetzungen von oben. Dort anfangen.
Sie kommen vor, aber falsch: Alte Adresse, falsche Leistung, falscher Preis. Dann steht irgendwo im Netz noch etwas Veraltetes. Suchen und richtigstellen.
Immer dieselben Mitbewerber: Schauen Sie sich deren zitierte Seiten an. Meistens steht dort eine klare Antwort mit Zahl. Genau das fehlt dann bei Ihnen.
„Das nutzt bei uns doch keiner“
Mag sein, dass Ihre Stammkunden heute noch googeln. Die Frage ist, wie es in zwei Jahren ausschaut. Und der Aufwand ist ja kein verlorener: Eine Seite, die klare Antworten gibt, ist auch für Google besser und für jeden Menschen, der sie liest.
Ich würd es so sehen: Sie machen nix nur für die KI. Sie räumen Ihre Website auf, und die KI ist ein Grund mehr, es jetzt zu tun.
Quellen
- Google Search Central: Gewöhnliche Crawler von Google, Abschnitt Google-Extended, abgerufen am 18. September 2026
- Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website, abgerufen am 18. September 2026
- Dokumentation des Anbieters von Perplexity zum Crawler PerplexityBot, abgerufen am 18. September 2026
- Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe GEO & KI Sichtbarkeit; robots.txt von web-focus.at, Stand Oktober 2026