Was lokale SEO überhaupt ist
Suchen Sie einmal am Handy nach „Bäckerei“. Sie kriegen keine Liste mit Websites. Sie kriegen eine Karte und drei Betriebe darunter. Öffnungszeiten, Sterne, Route, Anrufen.
Genau um diese drei Plätze geht es. Die meisten Leute scrollen gar nicht weiter. Die rufen einen von den dreien an, und fertig.
Lokale SEO ist alles, was Sie tun, damit Ihr Betrieb dort auftaucht. Und das Gute daran: Es ist kein Hexenwerk. Die Regeln schreibt Google selbst in seine Hilfe.
Die drei Faktoren laut Google
| Faktor | Was Google damit meint | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Relevanz | Wie gut Ihr Profil zur Suche passt | Kategorie, Leistungen und Beschreibung vollständig ausfüllen |
| Entfernung | Wie weit Ihr Betrieb vom Suchenden oder vom gesuchten Ort entfernt ist | Nichts – außer die Adresse oder das Einzugsgebiet korrekt angeben |
| Bekanntheit | Wie bekannt der Betrieb ist, auch durch Bewertungen und Erwähnungen im Web | Bewertungen sammeln, Website pflegen, in Verzeichnissen einheitlich auftreten |
| Lokal-Paket von Web Focus | 190 € pro Monat | Profil, Bewertungen und Verzeichniseinträge laufend betreut |
Bei der Entfernung ist nix zu holen. Wenn jemand in Baden sucht und Sie sitzen in Klosterneuburg, hilft das beste Profil wenig. Also konzentrieren Sie sich auf die anderen zwei.
Relevanz: sagen Sie Google, was Sie machen
Klingt banal, oder? Trotzdem sehe ich jede Woche Profile, in denen als Kategorie „Unternehmen“ steht und sonst nix.
Hauptkategorie: So genau wie möglich. „Zahnarzt“ statt „Arzt“, „Tischler“ statt „Handwerker“.
Leistungen eintragen: Jede einzelne, mit einem kurzen Satz dazu. Google gleicht die mit den Suchanfragen ab.
Beschreibung: Was machen Sie, für wen, in welchem Gebiet. Drei ehrliche Sätze reichen.
Öffnungszeiten aktuell halten: Auch an Feiertagen. Ein Kunde, der vor der zugesperrten Tür steht, schreibt Ihnen keine fünf Sterne.
Wie Sie das Profil Schritt für Schritt anlegen, steht im Artikel Google Unternehmensprofil erstellen und pflegen.
Bekanntheit: Bewertungen und eine Website, die dazu passt
Zur Bekanntheit zählt Google laut eigener Hilfe auch die Zahl der Rezensionen und die Bewertung. Mehr Bewertungen und gute Bewertungen können das lokale Ranking verbessern. Das ist einer der wenigen Hebel, die Google so offen nennt.
Der zweite Hebel ist Ihre Website. Google schreibt, dass auch die Position in den normalen Suchergebnissen eine Rolle spielt. Ein Profil ohne ordentliche Website dahinter fährt also mit angezogener Handbremse.
Jede Woche um eine Bewertung bitten: Direkt nach dem Auftrag, per Link oder QR-Code. Was erlaubt ist, steht im Artikel Google Bewertungen.
Auf jede Bewertung antworten: Auch auf die guten.
Gleiche Daten überall: Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Profil und in Verzeichnissen exakt gleich sein.
Eine Seite pro Leistung auf der Website: Mit dem Ort im Text, dort wo es natürlich passt.
Was die Website dazu beitragen muss
Das Profil allein reicht nicht. Google schaut, ob hinter dem Eintrag auch was steht. Und das, was dahintersteht, ist Ihre Website.
Eine Seite pro Leistung: „Badsanierung“, „Heizungsservice“, „Notdienst“. Nicht alles auf einer Seite mit dem Titel „Leistungen“.
Der Ort im Seitentitel: „Installateur in Krems“ sagt Google und dem Suchenden sofort, wo Sie arbeiten.
Kontaktdaten als Text: Adresse und Telefonnummer gehören in den Fußbereich jeder Seite, nicht in ein Bild.
Strukturierte Daten: Damit steht für Maschinen eindeutig da, wie der Betrieb heißt und wo er ist. Mehr dazu im Artikel Strukturierte Daten.
Am Handy schnell: Lokale Suchen passieren fast immer unterwegs. Wenn die Seite dort ewig lädt, ist der Kunde beim Nächsten.
Ich sehe oft Betriebe mit einem schönen Profil und einer Website von 2012. Das ist, wie wenn Sie ein neues Firmenschild aufhängen und dahinter ist die Tür zugenagelt.
Mehrere Orte bedienen: was geht und was nicht
„Wir sitzen in Klosterneuburg, fahren aber auch nach Wien und Tulln. Wie werden wir dort gefunden?“ Die Frage kommt ständig. Und die Antwort hat zwei Teile.
Im Profil können Sie ein Einzugsgebiet angeben. Laut Google sind bis zu 20 Gebiete möglich, etwa Bezirke, Städte oder Postleitzahlen. Das ist der saubere Weg.
Auf der Website können Sie eigene Seiten für die wichtigsten Regionen anlegen. Aber bitte mit echtem Inhalt: Was machen Sie dort, wie schnell sind Sie vor Ort, welche Arbeiten haben Sie dort schon erledigt? Dreißig Seiten, auf denen nur der Ortsname ausgetauscht ist, sind keine Lösung. Google nennt das Brückenseiten und wertet es als Spam.
Und noch einmal, weil es so oft probiert wird: keine erfundenen Adressen. Ein Profil gibt es nur für einen echten Standort.
Fünf Fehler, die ich oft sehe
Suchbegriffe im Firmennamen: Aus „Huber GmbH“ wird im Profil „Huber GmbH Installateur Notdienst Wien günstig“. Das verstößt gegen die Richtlinien. Der Name muss so dastehen, wie der Betrieb wirklich heißt.
Zwei Profile für einen Betrieb: Irgendwer hat vor Jahren eines angelegt, dann ein zweites. Jetzt verteilen sich die Bewertungen auf beide.
Öffnungszeiten vom Vorjahr: Vor allem rund um Feiertage und Betriebsurlaub.
Keine Fotos: Oder nur das Logo. Die Leute wollen sehen, wer kommt und wie es bei Ihnen ausschaut.
Bewertungen ohne Antwort: Das wirkt, als wäre niemand zu Hause.
Keiner davon kostet Geld zum Beheben. Die meisten erledigen Sie an einem Abend.
Woran Sie sehen, ob es wirkt
Das Schöne an lokaler SEO: Sie müssen nicht raten. Im Unternehmensprofil gibt es eine eigene Auswertung.
Aufrufe: Wie oft wurde Ihr Profil in der Suche und auf Maps angezeigt?
Anrufe: Wie oft hat jemand direkt aus dem Profil angerufen?
Routenanfragen: Wie oft wollte jemand zu Ihnen fahren?
Website-Klicks: Wie oft ist jemand vom Profil auf die Website gegangen?
Schauen Sie einmal im Monat rein und notieren Sie die vier Zahlen. Nach einem halben Jahr sehen Sie, ob es in die richtige Richtung geht. Für die Website selbst gibt es dasselbe in der Google Search Console.
„Wir haben kein Geschäftslokal“
Macht nix. Wenn Sie zu Ihren Kunden fahren, wie ein Installateur oder eine mobile Friseurin, geben Sie im Profil statt der Adresse ein Einzugsgebiet an. Das sieht Google ausdrücklich vor.
Was nicht geht: eine Adresse erfinden oder ein Postfach eintragen, damit man in einer zweiten Stadt aufscheint. Das verstößt gegen die Richtlinien, und im schlechtesten Fall ist das Profil dann weg. Lassen Sie es.
Wie viel Zeit das wirklich braucht
Für den Anfang reicht ein Nachmittag, um das Profil vollständig auszufüllen. Danach sind es zehn Minuten im Monat: ein neues Foto, ein Beitrag, die Bewertungen beantworten.
Zehn Minuten schafft jeder. Theoretisch. In der Praxis passiert es dann halt doch nicht, weil immer was Dringenderes da ist. Wenn Sie das abgeben wollen, ist das Lokal-Paket dafür gedacht. Und ob Website und Profil zusammenpassen, zeigt der kostenlose Website-Check.
Quellen
- Google, Hilfe zum Unternehmensprofil: Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern, abgerufen am 31. August 2026
- Google, Hilfe zum Unternehmensprofil: Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google, abgerufen am 31. August 2026
- Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Google Unternehmensprofil