Der Fünf-Sekunden-Test
Machen Sie einmal Folgendes. Zeigen Sie Ihre Startseite jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt. Fünf Sekunden lang. Dann Laptop zuklappen und fragen: „Was machen die, und was soll ich jetzt tun?“
Wenn die Antwort stimmt, ist die Startseite gut. Wenn die Person sagt „irgendwas mit Qualität“, haben Sie ein Problem. Und zwar eines, das Sie jeden Tag Anfragen kostet.
Ich mach den Test mit jeder Seite, die zu uns kommt. Die meisten fallen durch. Nicht weil sie hässlich sind, sondern weil oben ein großes Foto steht und der Satz „Willkommen auf unserer Website“.
Fünf Dinge für den ersten Bildschirm
| Element | Frage des Besuchers | Beispiel |
|---|---|---|
| Angebot | Was machen die? | „Badsanierung aus einer Hand“ |
| Zielgruppe und Ort | Bin ich hier richtig? | „für Wohnungen und Häuser im Bezirk Tulln“ |
| Nutzen | Was hab ich davon? | „Fixpreis und fixer Termin“ |
| Beweis | Kann ich denen glauben? | Bewertungen, Jahre am Markt, ein echtes Foto vom Team |
| Nächster Schritt | Was soll ich jetzt tun? | Ein Knopf: „Kostenloses Angebot anfordern“ |
| Startseite von web-focus.at | Alle fünf im ersten Bildschirm | „Professionelle Website ohne Anfangsinvestition“ und ein Knopf zum Erstgespräch |
Die Beispiele in der Tabelle hab ich mir ausgedacht, damit man sieht, wie konkret es sein darf. Je konkreter, desto besser. „Qualität und Zuverlässigkeit“ kann jeder schreiben. „Fixpreis und fixer Termin“ muss man einhalten können.
Was darunter kommt, und in welcher Reihenfolge
Unter dem ersten Bildschirm beantworten Sie die Fragen, die als nächstes kommen. In der Reihenfolge, in der ein Kunde sie am Telefon stellen würde.
Leistungen: Drei bis sechs Kacheln, jede mit einem Satz. Wer mehr wissen will, klickt weiter.
Warum Sie: Was machen Sie anders als die anderen? Zwei, drei Punkte reichen.
Beweise: Referenzen mit Namen, Bewertungen, Zahlen, die Sie belegen können.
Ablauf: Was passiert nach der Anfrage? Das nimmt die Scheu vor dem ersten Schritt.
Preis oder Preisrahmen: Wenn es irgendwie geht, nennen Sie eine Zahl. „Ab“ ist besser als nix.
Kontakt: Formular, Telefonnummer, und zwar noch einmal ganz unten.
Wie Sie die Texte dafür schreiben, steht im Artikel Website-Texte schreiben.
Vier Fehler, die ich ständig sehe
Der Slider: Drei wechselnde Bilder mit drei Botschaften. Niemand wartet auf das zweite Bild. Nehmen Sie ein Bild und einen Satz.
Das Wir: „Wir sind ein Familienbetrieb mit Tradition seit 1987.“ Schön. Aber der Besucher will zuerst wissen, was er davon hat.
Zu viele Knöpfe: Anrufen, Newsletter, Katalog, Termin, Facebook. Wenn alles wichtig ist, ist nix wichtig. Ein Hauptknopf, der sich wiederholt.
Das schwere Bild: Ein Foto mit fünf Megabyte ganz oben, und die Seite braucht am Handy ewig. Was dagegen hilft, steht im Artikel zur Ladezeit.
Am Handy ist der erste Bildschirm kleiner
Schauen Sie sich Ihre Startseite am Handy an, nicht am großen Monitor im Büro. Dort sehen sie nämlich die meisten Besucher. Und dort passt in den ersten Bildschirm ungefähr die Hälfte.
Wenn am Handy oben nur das Logo und ein Foto zu sehen sind, steht Ihre Botschaft zu weit unten. Überschrift und Knopf müssen ohne Scrollen sichtbar sein. Das Foto darf ruhig kleiner werden.
„Bei uns ist das Angebot zu vielfältig für einen Satz“
Das höre ich oft. Meistens von Betrieben, die fünf verschiedene Sachen machen. Trotzdem: Es gibt immer einen gemeinsamen Nenner. Und wenn nicht, nehmen Sie das, womit Sie das meiste Geld verdienen.
Die Startseite muss nicht alles erklären. Sie muss nur dafür sorgen, dass der richtige Besucher weiterklickt.
Wollen Sie wissen, wie Ihre Startseite abschneidet? Im Artikel Website-Check: 25 Punkte können Sie es selbst prüfen. Oder wir schauen drauf: Der kostenlose Website-Check kommt in 48 Stunden als Kurzbericht.
Quellen
- Google Search Central: Hilfreiche, verlässliche, nutzerorientierte Inhalte erstellen, abgerufen am 9. September 2026
- Google Search Central: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung, abgerufen am 9. September 2026
- Startseite von web-focus.at, Stand Oktober 2026