Das Konto ist in zehn Minuten angelegt
Google macht es einem leicht. Konto anlegen, Kreditkarte eingeben, ein paar Fragen beantworten, und die Anzeige läuft. Zehn Minuten. Genau das ist das Problem.
Denn Google stellt bei der Einrichtung vieles so ein, dass möglichst viele Leute Ihre Anzeige sehen. Das ist nicht dasselbe wie möglichst viele Kunden. Ich schau mir regelmäßig Konten an, die jemand selbst aufgesetzt hat. Die Fehler sind fast immer dieselben.
Was Google Ads überhaupt kostet und wie abgerechnet wird, steht im Artikel Was kostet Google Ads?.
Sieben Fehler und was hilft
| Fehler | Was passiert | Was hilft |
|---|---|---|
| Weitgehend passende Keywords | Die Anzeige erscheint bei Suchen, die nur entfernt passen | Mit „Wortgruppe“ oder „genau passend“ beginnen |
| Keine auszuschließenden Keywords | Sie zahlen für „gratis“, „Job“, „selber machen“ | Liste anlegen und jede Woche ergänzen |
| Zu großes Gebiet | Klicks aus Orten, in die Sie nie fahren | Auf das echte Einzugsgebiet eingrenzen |
| Startseite als Ziel | Der Besucher sucht die passende Leistung und geht | Eine eigene Seite pro Thema |
| Keine Messung | Sie wissen nicht, welcher Klick eine Anfrage brachte | Conversion-Tracking einrichten, mit Einwilligung |
| Zu viele Themen | Das Budget reicht für nichts richtig | Mit einer Leistung anfangen |
| Zu früh aufgeben | Nach einer Woche ist noch nichts gelernt | Mindestens einige Wochen laufen lassen und nachstellen |
| Google Ads Betreuung von Web Focus | Einrichtung, laufende Pflege, Auswertung | 449 € pro Monat plus 4 % vom Werbebudget |
Fehler eins und zwei: die Keywords
Das ist der teuerste Fehler, deshalb ein bissl genauer.
Google kennt drei Keyword-Optionen: weitgehend passend, Wortgruppe und genau passend. Wenn Sie nix einstellen, gilt die weiteste. Dann kann Ihre Anzeige für „Installateur Tulln“ auch bei Suchen erscheinen, die Google für verwandt hält. Das kann viel sein.
Weitgehend passend: die größte Reichweite, die geringste Kontrolle.
Wortgruppe: Die Suche muss die Bedeutung Ihres Keywords enthalten.
Genau passend: Die Suche muss dieselbe Bedeutung haben wie Ihr Keyword. Die kleinste Reichweite, die meiste Kontrolle.
Dazu kommen die auszuschließenden Keywords. Das sind Wörter, bei denen Ihre Anzeige nicht erscheinen soll. Ein Installateur will nicht bei „Installateur Lehre“ oder „Installateur Gehalt“ auftauchen. Jeder Klick darauf kostet, und keiner davon wird Kunde.
Schauen Sie einmal pro Woche in den Bericht zu den Suchbegriffen. Dort steht, was die Leute wirklich getippt haben. Was nicht passt, kommt auf die Ausschlussliste. Welche Begriffe überhaupt in Frage kommen, klärt eine Keyword-Recherche.
Fehler drei: das Gebiet
Bei den Standorten gibt es eine Einstellung, die fast jeder übersieht. Google kann Ihre Anzeige Leuten zeigen, die im Gebiet sind, oder zusätzlich Leuten, die sich für das Gebiet interessieren. Das Zweite ist oft voreingestellt.
Für ein Hotel ist das gut. Für einen Installateur heißt es, dass jemand in Graz Ihre Anzeige sieht, weil er „Installateur Tulln“ gegoogelt hat. Vielleicht für seine Mutter, die dort wohnt. Vielleicht auch nicht. Stellen Sie auf „Präsenz“ um, wenn Sie nur Leute vor Ort erreichen wollen.
Fehler vier: wohin der Klick führt
Jemand sucht „Gastherme tauschen“, klickt auf Ihre Anzeige und landet auf der Startseite. Dort steht „Willkommen bei Installationen Huber“. Wo ist die Gastherme? Er sucht drei Sekunden und ist weg. Sie haben trotzdem bezahlt.
Die Anzeige muss dorthin führen, wo genau das steht, was gesucht wurde. Mit Preisrahmen, Ablauf und einem Knopf zur Anfrage. Google bewertet das übrigens mit: Der Qualitätsfaktor von 1 bis 10 berücksichtigt unter anderem, wie gut die Zielseite zur Suche passt.
Wie so eine Seite aufgebaut sein soll, steht im Artikel Mehr Anfragen über die Website.
Fehler fünf: nicht messen
Ohne Messung sehen Sie nur Klicks und Kosten. Sie sehen nicht, was dabei herausgekommen ist. Dann optimieren Sie blind.
Was gemessen wird: abgeschickte Formulare, Klicks auf die Telefonnummer, Anrufe aus der Anzeige.
Wozu: Sie sehen, welches Keyword Anfragen bringt und welches nur kostet.
Achtung Datenschutz: Die Messung setzt in der Regel Cookies und braucht die Einwilligung des Besuchers. Ohne Einwilligung fehlt ein Teil der Daten. Das ist normal.
Fehler sechs und sieben: Budget und Geduld
Mit 300 € im Monat fünf Leistungen zu bewerben, funktioniert nicht. Das Budget verteilt sich so dünn, dass keine Kampagne genug Klicks bekommt, um etwas daraus zu lernen. Fangen Sie mit der einen Leistung an, die am meisten bringt.
Und dann geben Sie der Sache Zeit. Eine Kampagne ist am ersten Tag nie fertig. Die ersten Wochen zeigen, welche Begriffe passen und welche nicht. Wer nach fünf Tagen abdreht, hat nur das Lehrgeld gezahlt.
„Dann lass ich es lieber Google automatisch machen“
Die Automatik von Google ist nicht schlecht. Sie braucht aber zwei Dinge, um gut zu arbeiten: genug Daten und ein klares Ziel. Wer keine Anfragen misst, gibt der Automatik kein Ziel. Dann optimiert sie auf Klicks. Und Klicks kriegt man immer.
Ob für Ihren Betrieb überhaupt Anzeigen oder eher die organische Suche passen, hab ich im Artikel SEO oder Google Ads? verglichen.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Keyword-Optionen, abgerufen am 1. Oktober 2026
- Google Ads-Hilfe: Auszuschließende Keywords, abgerufen am 1. Oktober 2026
- Google Ads-Hilfe: Conversion-Analyse, abgerufen am 1. Oktober 2026
- Google Ads-Hilfe: Qualitätsfaktor für Suchkampagnen, abgerufen am 1. Oktober 2026
- Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Google Ads