Warum die Sammelseite nicht reicht
Auf fast jeder zweiten Website, die ich mir anschaue, gibt es eine Seite „Leistungen“. Darauf eine Liste: Badsanierung, Heizungstausch, Wartung, Notdienst, Solaranlagen, Beratung. Zu jedem Punkt zwei Sätze. Fertig.
Das Problem: Google zeigt in den Suchergebnissen Seiten, nicht Websites. Wer „Badsanierung Klosterneuburg“ sucht, bekommt die Seite, die diese Frage am besten beantwortet. Eine Liste mit sechs Leistungen und je zwei Sätzen beantwortet keine davon richtig. Sie ist für alles ein bissl relevant und für nix wirklich.
Und auch der Mensch, der draufklickt, will nicht sechs Leistungen sehen. Er will wissen, ob Sie sein Bad machen, wie das abläuft und was es ungefähr kostet. Findet er das nicht in zehn Sekunden, ist er wieder weg.
Google beschreibt in seinem Leitfaden zu hilfreichen Inhalten genau das: Inhalte sollen für Menschen geschrieben sein, die Frage vollständig beantworten und so gut sein, dass man sie weiterempfehlen würde. Eine eigene Seite pro Leistung ist der einfachste Weg dahin.
Welche Leistungen eine eigene Seite verdienen
Nicht jede Kleinigkeit braucht eine eigene Seite. Zehn Seiten mit je drei Sätzen sind genauso schwach wie eine Sammelseite. Ich prüfe jede Leistung mit vier Fragen:
Sucht jemand genau danach? „Heizungstausch“ ja, „Silikonfugen erneuern“ eher nicht. Wie Sie das herausfinden, steht im Artikel Keyword-Recherche für kleine Betriebe.
Hat sie einen eigenen Ablauf? Wenn Sie zu einer Leistung andere Fragen stellen, andere Termine brauchen oder andere Fotos zeigen, ist das ein Zeichen für eine eigene Seite.
Hat sie einen eigenen Preisrahmen? Eine Wartung und eine komplette Badsanierung liegen preislich so weit auseinander, dass sie nicht auf dieselbe Seite gehören.
Bringt sie Geld? Fangen Sie mit den Leistungen an, von denen Sie mehr Aufträge wollen. Nicht mit denen, die eh schon laufen.
Was bei diesen Fragen durchfällt, wandert als Absatz auf eine verwandte Seite. Die Silikonfugen passen gut als Hinweis auf die Seite zur Badsanierung oder zur Wartung.
Die sechs Bausteine einer Leistungsseite
Eine gute Leistungsseite beantwortet die Fragen in der Reihenfolge, in der ein Kunde sie stellt. In der Praxis sind das sechs:
| Baustein | Was hineingehört | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| 1. Was genau | Die Leistung in einem Satz, mit Ort | Ein Werbespruch statt einer Aussage |
| 2. Für wen | Für welche Kunden und Fälle es passt, und für welche nicht | Alle sollen sich angesprochen fühlen |
| 3. Ablauf | Die Schritte vom Anruf bis zum fertigen Auftrag | Kein Ablauf, nur „Kontaktieren Sie uns“ |
| 4. Preisrahmen | Ein „ab“-Preis oder wovon der Preis abhängt | Gar keine Angabe |
| 5. Warum Sie | Fotos eigener Arbeiten, Erfahrung, eine Kundenstimme | Fotos aus der Bilddatenbank |
| 6. Anfrage | Telefon, Formular und was nach der Anfrage passiert | Kontakt nur ganz unten im Footer |
Zum Preis noch ein Wort, weil da die meisten zögern. Sie müssen keinen Fixpreis nennen. Aber ein Satz, der sagt, ab welchem Betrag es ungefähr losgeht und wovon der Preis abhängt, hilft enorm. Beim Heizungstausch etwa von Gerät, Leitungen und Größe des Hauses. Wer gar nix liest, ruft oft gar nicht erst an.
Beim fünften Baustein zählen echte Fotos. Ein Bild von Ihrem Team auf einer echten Baustelle wirkt mehr als drei perfekte Stockfotos. Welche Bilder Sie verwenden dürfen, steht im Artikel über Bildrechte.
Reihenfolge auf der Seite
Der erste Bildschirm entscheidet. Dort gehören hin: eine Überschrift, die die Leistung und den Ort nennt, ein Satz, für wen sie gedacht ist, und ein Knopf zur Anfrage. Das Prinzip kennen Sie vielleicht aus dem Artikel Die Startseite aufbauen; bei der Leistungsseite ist es noch wichtiger, weil viele Besucher direkt von Google hier landen und die Startseite nie sehen.
Danach folgen Ablauf, Preisrahmen und Beispiele. Zum Schluss ein paar häufige Fragen zu genau dieser Leistung. Die helfen Menschen, und sie helfen auch, wenn eine KI eine Antwort zusammenstellt. Wie das geht, steht unter FAQ-Seiten, die von KI zitiert werden.
Und ganz wichtig: der Knopf zur Anfrage nicht nur einmal. Oben, nach dem Ablauf und am Ende. Wer überzeugt ist, soll nicht erst suchen müssen. Mehr zum Formular selbst im Artikel Mehr Anfragen über die Website.
Adresse, Title und Überschrift
Damit Google die Seite richtig einordnet, braucht sie drei Dinge, die zusammenpassen:
Eine sprechende Adresse: etwa „/badsanierung“ statt „/leistung-3“. Google empfiehlt in seinem SEO-Leitfaden beschreibende Adressen.
Einen eigenen Title und eine eigene Meta Description: mit der Leistung und dem Ort. Wie das geht, steht im Artikel Title und Meta Description schreiben.
Eine Hauptüberschrift: die sagt, was die Seite ist. „Badsanierung in Klosterneuburg und Umgebung“ statt „Ihr Traumbad wartet“.
Dazu die Verlinkung: Jede Leistungsseite sollte von der Startseite und aus dem Menü erreichbar sein. Und verwandte Leistungen verlinken einander, etwa die Badsanierung die Seite zum Heizungstausch, wenn beides oft zusammen gemacht wird.
Wenn Sie in mehreren Orten arbeiten: Der Ort gehört in die Leistungsseite, aber machen Sie nicht für jeden Ort eine Kopie mit ausgetauschtem Ortsnamen. Wie man mehrere Orte sinnvoll abdeckt, steht im Artikel Lokale SEO.
„Dann hab ich zehn Seiten mit fast dem gleichen Text“
Das ist der häufigste Einwand, und er ist berechtigt, wenn man es falsch angeht. Wer einen Text schreibt und ihn zehnmal kopiert, mit ausgetauschtem Leistungsnamen, hat nix gewonnen. Solche Seiten sind weder für Menschen noch für Google hilfreich.
Der Trick ist, dass jede Leistung wirklich anders ist. Der Ablauf einer Badsanierung hat mit dem Notdienst wenig zu tun. Die Fragen der Kunden sind andere, die Fotos auch, der Preisrahmen sowieso. Wenn Sie zu einer Leistung nur zwei Sätze wissen, ist das ein Zeichen, dass sie keine eigene Seite braucht.
Mein Tipp für den Anfang: Nehmen Sie die drei Leistungen, die Ihnen am meisten bringen, und schreiben Sie für jede eine Seite nach den sechs Bausteinen. Wie man solche Texte schreibt, steht im Artikel Website-Texte schreiben. Die restlichen Leistungen kommen nach und nach dazu.
Ob Ihre Leistungen auf der jetzigen Website richtig aufgestellt sind, sehen Sie im kostenlosen Website-Check. Und wenn Sie die Website lieber gleich neu und laufend betreut haben wollen: Das Website-Abo gibt es ab 190 € pro Monat.
Quellen
- Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte erstellen, abgerufen am 14. Oktober 2026
- Google Search Central: SEO-Leitfaden für Einsteiger, abgerufen am 14. Oktober 2026
- Preise von Web Focus: Stand Oktober 2026, siehe Webdesign im Abo